Bewegungsstudien

Die Bewegungsstudien dienen der Klangforschung am Instrument und vermitteln einen akustischen Eindruck der Soundmanipulation des Tonspielens. Jede dieser Studie widmet sich einem inhaltlichen Schwerpunkt der Bewegungslehre oder neuartigen Kompositionstechniken durch die S-Notation.

So kann ein Einblick in die graphische Gestalt der s-notationellen Schriftsprache und die verschiedenen Instrumentaltechniken gewonnen werden.

01

Bewegungsstudie 01

 

Bei dieser Studie wurde die C-Dur Tonleiter gespiegelt. Das heißt auf jede Note (akustische Vorwärtsbewegung) folgt eine Eton (akustische Rückwärtsbewegung) in der gleichen Tonhöhe bzw. umgekehrt. Durch Überlagerungen und Zusammenklänge entstehen daraus unterschiedliche Klangebilde und Verläufe.

Dieses Stück ist nur auf dem Bewegungsklavier spielbar. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Tasteninstrument welches akustische Aufzeichnungen (in diesem Fall ein Klavier Ton) sowohl vorwärts (Note) als auch rückwärts (Eton) abspielen kann.

 

02

Bewegungsstudie 02

 

In dieser Bewegungsstudie wurden zwei unterschiedliche Tonmaterialien mithilfe des Tonspielzeugs in ihrem Klang verfremdet. Noten und Etonen des ersten Tonkörpers erklingen zunächst zeitgleich, jedoch zum Ende hin ein wenig verschoben. Des Weiteren wurden Bewegungsgruppierungen aus diesem akustischen Grundmaterial generiert und entsprechend der Notation aneinander gereiht. 


Parallel dazu erklingt der zweite Tonkörper bei dem es sich um eine Art Pianomelodie handelt. In einem festgelegten Zyklus wird dieses Motiv zunächst als Note gespielt und dann in unterschiedlicher Art und Weise an den anatonischen Startpunkt zurück bewegt.

 

03

Bewegungsstudie 03

 

Als kompositorische Grundlage dient der C-Dur Dreiklang. Durch die unterschiedliche Anordnung von Noten und Etonen in diesem Mehrklang, lassen sich verschiedene Muster bilden. Diese Variationen stellen die Formel dieser Bewegungsstudie dar.


Des Weiteren wurden die Einzelbewegungen dieser Variationen in bestimmten Abständen aneinandergereiht und erklingen als ein musikalisches Muster. Dieses Stück ist nur auf dem Bewegungsklavier spielbar. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Tasteninstrument welches akustische Aufzeichnungen (in diesem Fall ein Klavier Ton) sowohl vorwärts (Note) als auch rückwärts (Eton) abspielen kann.

04

Bewegungsstudie 04

 

Bei dieser Bewegungsstudie wurde mit Fragmenten verschiedenster Saxophon Töne gearbeitet. Bis auf das Intro wurden alle Akustischen Bewegungsmuster von Hand gespielt am Tonspielzeug instrumentalisiert. Der Plattenteller wurde hierbei nicht automatisch angetrieben. 

Die musikalische Idee dieser Studie zeigt, dass Tonmaterialen so verformt werden können dass sie ihrer eigentlichen akustischen Funktion nicht mehr ähneln. In diesem speziellen Fall kann man die daraus resultierenden Töne mit Tierlauten vergleichen.  

05

Bewegungsstudie 05

 

In dieser Studie wurden Chello und Violinen Töne durch mehrere Spieler in ihrem Klang verfremdet. Außerdem sind Sonderspielarten des Turntablism zu hören (Hydroplanes) sowie bestimmte akustische Nebenerscheinungen von Schallplatten (Knacken und Rauschen).

Wie auch in der 4. Studie bestand die musikalische Idee darin das Material so zu verfremden dass es Tierlauten ähnelt. 

06

Bewegungsstudie 06

 

Eine spezielle Instrumentalmethodik des Tonspielens wird als Beatcutting oder auch Drumscratching bezeichnet. Wie es der Name schon andeutet werden dabei die Einzelsegmente von Beats (bspw. Kickdrum und Snare) neu aneinandergereiht. Dies geschieht durch das gezielte Zusammenspiel zwischen Crossfader und Platte so dass neuartige Drumpattern entstehen. 

 

07

Bewegungsstudie 07

 

Wiederholt eine Studie in welcher das Beatcutting aufgezeigt wird. Im Vordergrund steht nun das Klangbild. Durch Abnutzungserscheinungen des Vinyls durch das Scratching der Töne gehen zwangsläufig irgendwann die Rillen kaputt.

Das damit verbundene charakteristische Rauschen bzw. das ?Verwaschen" des Tones trägt aber maßgeblich zum Klangbild des Tonspielens bei und stellt ein kompositorisches Gestaltungsmittel dar welches nun seine Verwendung findet.

 

08

Bewegungsstudie 08

 

Bei der 8. Bewegungsstudie, welche sich ebenfalls mit dem Beatcutting beschäftigt, wurden die einzelnen Akustischen Bewegungen im Drumcomputer bzw. Sampler einprogrammiert. Im Vorfeld wurde also das Material durch den Tonspieler verformt hatte und dann im Nachhinein entsprechend der Notation, gesetzt.

 

09

Bewegungsstudie 09

 

Dieses Stück wurde ebenfalls am Drumcomputer produziert. Jedoch wurden alle Akustischen Bewegungen im Vorfeld von Hand eingespielt. Die Kickdrums verdienen hierbei eine besondere Aufmerksamkeit, da innerhalb eines Taktes mehrere Bewegungsgruppierungen dieses Segmentes zu hören sind. 

 

 

10

Bewegungsstudie 10

 

In dieser Studie wurden Schallplattensprünge als Kompositionsmittel verwendet. Ausgangsmaterial ist ein und der Selbe Beat welcher an unterschiedlicher Stelle springt, nachdem die Schallplatte eine Umdrehung gemacht hat. Die optischen Markierungspunkte auf dem Tonträger erlauben dem Musiker einen "metrischen" Schwerpunkt beim Spielen lokalisieren zu können. 

 

11

Bewegungsstudie 11

 

Als Ausgangsmaterial dieser Studie die erste Tonfolge des Stückes ?1981" des estnischen Komponisten Lepo Sumera. Durch unterschiedliche dynamische Bewegungen an Cross und Linefader des Tonspielzeugs wird der akustische Gesamteindruck dieser Phrase (als Note sowie auch Eton) individuell verändert. Wie beim Zerschneiden eines Blatt Papiers kann hierbei die ursprüngliche Gestalt des Tonmaterials nach Belieben transformiert werden. 

 

12

Bewegungsstudie 12

 

Als Ausgangsmaterial der zwölften Studie dient ein E-Piano Sound der in der Tonhöhe C3 eingespielt wurde. Die anatonischen Etappen dieser Quell-Sounddatei wurden entweder durch die Geschobene oder Getragene Spielart in unterschiedliche Tonhöhen transponiert. Dadurch wird aufgezeigt dass Tonhöhenveränderungen auch innerhalb des ?akustischen Zeitkörpers" stattfinden können.

 

13

Bewegungsstudie 13

 

Diese Studie soll zeigen wie man einzelne Wörter und Silben eines Satzes (?und ein Mädchen schlich sich von hinten an den Vater") durch das Tonspielen verformen kann. Es wurde darauf Wert gelegt aus dem Material rhythmische Figuren oder auch einen Basslauf in Folge spezieller Spielarten zu erzeugen und diese in Form einer Komposition übereinander zu legen.

 

14

Bewegungsstudie 14

 

In der 14. Studie soll durch den Gebrauch von Effekten, wie beispielsweise Overdrive, Verstärkersimulation oder Equalizer das Material verfremdet werden. Um die Veränderungen des Klangbildes bestmöglich aufzuzeigen wurde nur mit einem Tonkörper (eine kurze Pianophrase) gearbeitet. 

 

15

Bewegungsstudie 15

 

Als Ausgangsmaterial dienen verschiedene Chellostimmen (Phrasen) welche im ersten Teil durch Akustische Gruppierungen verfremdet und im zweiten Teil dann unterschiedlich dynamisiert wurden. Teilweise wurden die Stimmen übereinandergelegt und zusätzlich mit Effekten (Filter,Hall,Delay) versehen.

 

16

Bewegungsstudie 16

 

In dieser Studie wurde versucht das Liebesspiel zwischen Menschen akustisch zu imitieren. Als Ausgangsmaterial dienen verschiedene Stöhn,- und Hechellaute von Frauen, welche durch unterschiedliche Spielarten instrumentalisiert wurden. Die Bewegungsflexibilität des Tonträgers erlaubt eine nahezu uneingeschränkte Variabilität um das Material bis zu einem ?Orgasmus" zu erhöhen.

 

17

Bewegungsstudie 17

 

Die 17. Studie beschäftigt sich mit der Verformung von Vogelstimmen, hierbei handelt es sich um die Ringeltaube, Kuckuck, Uhu, Ziegenmelker, Specht, Pirol, Kohlrabe, Kohlmeise, Baumpieper und Tannenhäher. Das Ziel besteht darin diese Laute so zu instrumentalisieren dass sie sich vom ursprünglichen Klangbild her unterscheiden und durch die gewählte Spieltechnik eine eigene/andere Aussage treffen.

18

Bewegungsstudie 18

In dieser Studie wird die Schachpartie Donald Byrne vs. Robert James Fischer (1956) auf dem Bewegungsklavier gespielt. Alle Spielzüge des Anziehenden werden durch Noten dargestellt, die des Nachziehenden erklingen in Form von Etonen. 

Die einzelnen Schachfelder (C1-H8) des Brettes stehen im analogen Verhältnis zu Klaviertastatur und werden somit durch die entsprechenden Tonhöhen (Schlagen und Schachsetzen durch spezielles Zusammenspiel) ausgedrückt.
Durch diese Methodik ist es möglich jede Schachpartie die es gibt, oder geben wird auch akustisch gesehen als Komposition zu begreifen.