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Sunday, 26. May 2013

Über das Tonspielen

Die Verfahrenstechniken der ?musique concrete?, dessen Begründer Pierre Schaeffer war gelten als die konzeptionelle Grundlage des Tonspielens. Frisenius über die musique concrete: ?Als eine Kunst der fixierten Klänge ist die Musique concrète keinen a priori festgesetzten Einschränkungen ihres Klangmaterials unterworfen, insbesondere nicht restriktiven Definitionen der Musik als Tonkunst.

Im Kontext fixierter Klänge entfällt eine Sonderstellung der Klänge mit eindeutig bestimmter Tonhöhe und verliert sogar auch eine dualistsche Unterscheidung zwischen Ton und Geräusch an Bedeutung, da neben der Höhe (Materie) des Klanges auch sein zeitlicher Verlauf (die Form) differenziert wird. Daraus ergeben sich Konsequenzen für die Typologie nicht nur für die Klänge selbst, sondern auch für die technischen Verfahren ihrer klanglichen Veränderung: Klangtransformationen können die Materie primär oder die Form des Klanges tangieren.

Im ersteren Falle zum Beispiel spektrale Veränderungen durch reduzierende Filterung oder anreichernde Ringmodulation, im letzteren zum Beispiel Rückwärtswiedergabe oder Zerhackung; beide Möglichkeiten verbinden sich beispielsweise im Falle einer totalen Transposition, bei der sich gleichzeitig Tonlage und Ablaufgeschwindigkeit bzw. die Dauer verändern, während eine alleinige Veränderung der Tonlageals Veränderung der Materie, die alleinige Veränderung von Ablaufgeschwindigkeit, bzw. Dauer als Veränderung der Form des Klanges einzustufen ist. Durch technische Manipulationen kann sich das Hörphänomen eines Klangobjektes so stark ändern, daß seine ursprüngliche Identität ganz und gar verloren geht und ein neues Klangobjekt entsteht.? Frisenius

Bis aus dieser rein studiotechnischen Zubereitung des Tonmaterials eine echte Instrumentierungsvariante folgte dauerte noch einige Jahre. Das nahtlose Ineinandermischen von Schallplatten, das etwa 1970 von dem amerikanischen DJ Francis Grosso erfunden wurde, war einer der nächsten wichtigen Schritte. Clive Campbell unternahm zwischen 1973 und 1975 den Versuch, die sogenannten ?Breaks? eines Stückes zu verlängern. Er arbeitete mit zwei Exemplaren der gleichen Platte und spielte kurze Rhythmuspassagen als ?Loop? hintereinander. Die ?Breakbeats? waren geboren und wurden zum musikalischen Fundament einer der größten Jugendkulturen, dem Hip Hop.

Eine weitere Stufe, bei welcher der Plattenspieler als Instrument benutzt wurde, vollzog Joseph Saddler, alias Grand Master Flash. Er blendete kleinere Soundelemente und Rhythmuspassagen in laufende Musik, was als sogenanntes ?Punsh phasing? bezeichnet wurde. Erweitert wurde jene Technik durch das ?Backspinning?. Dabei wird die Schallplatte, nachdem man einen Sound eingespielt hat, schnell wieder an ihren Ausgangspunkt zurückgezogen.

Somit war es dem DJ möglich, kurze Wortschnipsel mehrmals hintereinander in die Musik einzuspielen und das damit verbundene Quietschen, beim Zurückziehen der Schallplatte gleichzeitig als ein musikalisches Gestaltungsmittel zu verwenden.

Auszug "Bewegungslehre" Kapitel 2  

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